Wiimote + DJ = WiiJ

DJing, VJing, Mixing, Beatjuggling, Scratchen oder Turntablism – alles unterschiedlichen Begriffe, die in irgendeiner Form Tätigkeiten von DJs bezeichnen. Soweit bekannt – doch was bitte ist WiiJing? Nun ja, mit ein bisschen Phantasie sollte auch diese recht neue Wortkreation eine Bedeutung zugeordnet werden können – vorausgesetzt man kennt die ersten drei Buchstaben dieses Begriffs. Für alle, denen Wii nichts sagt (wenn es denn so jemanden geben mag ;-) Wii lautet der Name von Nintendos derzeit sehr beliebten Spielkonsole, deren Erfolgsrezept vornehmlich auf ihrer innovativen Steuerung beruht: Der sogenannten Wiimote und dem Nunchuck. Zurück zum Begriff WiiJing. Die ersten drei Buchstaben sind entschlüsselt, fehlt der Zusatz Jing? Kurz nachgeschlagen, wofür die Abkürzung DJ oder VJ steht, ist auch dieses Rätsel geklärt. Das J steht für Jockey (Discjockey, Videojockey). Leo gibt für das Verb to jockey als mögliche deutsche Übersetzung „bugsieren“ an. Plattenanschubser wäre also eine Möglichkeit… Genug der Wortklauberei, WiiJing beschreibt schlichtweg eine besondere Form des DJing / Musik-in-einander-mixens, bei der die Controller der Nintendo Wii zum Einsatz kommen.


Schaut man sich die im Netz kursierenden WiiJ-Videos an, sind folgende Reaktionen denkbar: 1. Was ein Quatsch; 2. Cool, ich steh auf Gadgets 3. Sieht interessant aus und 4. Würde ich gerne mal probieren 5. Nette Idee, aber vermutlich nicht mehr als ein kurzer Spaß … Bei den Meisten dürften alle 5 Punkte zutreffen ;-)

 

 

Welcher Hard- und Software bedarf es für einen WiiJ-Gig? Nun, zunächst natürlich einmal der Wiimote (ein Nunchuk und die Konsole an sich ist nicht von Nöten). Neben der Wii sollte man über einen bluetooth-fähigen PC / Laptop verfügen und einer DJ-Software, beispielsweise Native Instruments Traktor 3. Installiert man sich nun noch das kostenlose Programm GlovePie, ist das WiiJ-Set perfekt. Interessant ist, dass WJ, WiiJing oder wie auch immer man das nennen will, über die Kinderschuhe hinausgewachsen ist. Konnte man Anfangs lediglich Lieder starten und stoppen, lassen sich mittlerweile nahezu alle in der jeweiligen DJ-Software denkbaren Hotkeys per Wii ansteuern. Effekte ebenso wie Kill-Switches, Loops, die Lautstärke oder Cue-Points. Midi-Fans kommen übrigens ebenso auf ihre Kosten. In diesem Fall ist allerdings nicht von WiiJ die Rede, sondern von WiiDi. Kein Witz – für WiiDi bedarf es neben GlovePie noch der Software MIDIYoke und schon können Midi-Paramter per Wiimote verändert werden. Soweit so gut, und schaut man sich das Ganze näher an, sollte sich mit Blick auf die WiiJ-Geschichte eher ein „gut“ als ein „schlecht“ einstellen. Schließlich ist alles für lau :D Was nun aber wirklich nicht hätte sein müssen, ist Wii Scratching. Hierzu bedarf es keiner Worte – dieses Youtube-Fundstück dürfte ausreichen, um zur Feststellung „Vorsicht Witz“ zu gelangen ;-)

 

s Bleibt noch die DJ Bootie WiiJ, bei der sich gleichnamiger “DJ” wahrlich zum Affen macht. Wer Steve Balmers Affentanz kennt (und der ist lustiger), kann sich den „Contest“ sparen – schlechter Mix & richtig mieser Anfang ;-)

 

Btw, die in diesem Artikel beschriebene Art via Wiimote Musikprogramme zu steuern, ist bei Weitem nicht die einzige. Beispiele für andere Plattenschubser, welche die Wiimote umfungiert haben, gibt es genug…