Test: Numark TTX Plattenspieler – Scratch-UFO für den DJ

Numark TTXEin Test, Review oder Erfahrungsbericht zum Plattenspieler Numark TTX (AT / USB) ist längst überfällig und meines Wissens im Netz bis dato noch nicht vorhanden. Hier kommt er ;-) Um es vorwegzunehmen, der Numark TTX ist mein persönlicher Favorit was Plattenspieler angeht, trotzdem werde ich versuchen weitgehend uneinvorgenommen über ihn zu berichten. Preislich liegt der Numark TTX AT /USB in etwa auf Augenhöhe mit dem SL-1210er, d.h. bei knapp 400 Euro.

 

 

Numark TTX: Quarzgesteuert und mit UPPER TORQUE-Direktantrieb 4,7Kg

 

Der Technics Plattenspieler ist eine Legende, und diesen Status wird der TTX dem MK2 kaum streitig machen – jedenfalls nicht innerhalb der nächsten 10 Jahre ;-) In puncto Features und Leistungskraft sieht die Sache jedoch etwas anders aus.

Sage und schreibe 4,7 Kg vermag Numarks Flaggschiff zu bewegen. Zum Vergleich: Der MK2 bringt es nur auf ein Drittel soviel (1,7Kg). Unnötige technische Details mögen Technics-Fans nun einwenden, doch das stimmt nicht ganz. Vor allem beim Scratchen / Turntablism macht sich die dreimal stärkere Zugkraft bemerkbar. Damit will ich keineswegs behaupten, dass der Sl-1210er zum Scratchen nicht geeignet ist – im Gegenteil, der Technics ist topp, doch es geht besser ;) Die Zugkraft des Numark TTX erleichtert einem bei vielen Scratch-Techniken einfach die „Arbeit“. Führt man die Platte bei Techniken wie dem One-Click-Flare, macht sich dieser Vorteil nicht bemerkbar, bei Scratch-Techniken, bei denen es aufs „Anspielen“ von Sample-Anfängen ankommt hingegen umso mehr, beispielsweise bei Tipps. Die Zugkraft ist aber ohnehin nicht das einzige zusätzliche Feature, welches der TTX zu bieten hat.

 

Features vom Numark TTX – Pitch it wide Baby

 

numark-ttx-dj-test start buttonFangen wir bei den Start/Stop-Buttons an. Hiervon bietet der TTX gleich zwei. Spätestens dann, wenn ihr den Plattenspieler auf „Hochkant“ gedreht habt, werdet ihr es Numark danken. Vom Sound. Vom Klickgeräusch her, sind die Buttons genau nach meinem Geschmack (man könnte glatt auf die Idee kommen, dass hier Soundgestalter am Werk waren – oder wie auch immer die Leute heißen, die solange experimentieren bis die Cornflakes beim Essen genau so klingen wie sie sollen). Wenn überhaupt sind die Knöpfe dahin gehend verbesserbar, dass man sie nicht ganz so „tief“ drücken muss. Direkt neben den Buttons befindet sich je ein Drehrad. Dieses dient der Einstellung der Start/Stop-Geschwindigkeit des TTX. Ebenfalls praktisch für diejenigen die in der Hochkant-Position auflegen oder Scratchen: Die Multi-Direction Bauweise, auf deutsch, die Möglichkeit das Pitch- und Kontrollmodul miteinander auszutauschen. Anders wie beim Technics kann man beim TTX übrigens auch die Lampe ohne Schrauberei aus der Fassung nehmen.

 

Numark TTX: Pitch, Key Lock & Co

 

Kommen wir zum Pitch / Geschwindigkeitsregler. Der Pitchbereich reicht wahlweise von – bis + 10, 20 oder 50 Prozent. Zugegeben 50 Prozent sind recht viel und werden vermutlich nur selten benötigt; 8 % wie beim Technics sind aus meiner Sicher aber definitiv zu wenig. Mit Blick auf den Pitchfader des TTX könnte man evtl. darüber nachdenken den Nullpunkt mehr herauszuheben, dass man diesen beim Drüberfahren spürt oder so was in der Art. Ein weiteres Features ist Key Lock, also die Tonhöhenkorrektur. Dank dieser ist bei Bedarf Schluss mit Mickey Mouse-Stimmen bei hohen Pitchwerten. (Für alle, die mit digitalen Vinyl Systemen à la Traktor Scratch und Co auflegen, fällt dieses Feature allerdings flach).

Als Geschwindigkeiten stehen die beiden Standard-Werte 33 1/3 und 45 sowie die weniger gängigen 78 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung (Wofür man letztere braucht, habe ich keine Ahnung – scheint wohl Platten zu geben, die in der Geschwindigkeit abgespielt werden wollen).

 

Ufostyle – das blaue LCD-Display

 

numark-ttx-dj-test LCDDargestellt werden alle Einstellungen und Werte vom TTX auf einem 7 cm großen blauen LCD-Display. Neben BPM-Anzeige, Geschwindigkeit und Pitch übrigens auch die Laufrichtung des Turntables. Apropos BPM-Anzeige: Braucht man nicht unbedingt, kann aber vor allem für Anfänger nicht schaden und funktioniert relativ gut (Beatcounter mit Nachkomma-Stelle). Der Vollständigkeit halber sei auch der Vor-Rückwärts-Button am TTX erwähnt. Der Name erklärt die Funktion von selbst.

 

 

 

 

Austattung und Anschlüsse des Numark TTX

 

numark-ttx-dj-test UnterseiteDer Numark TTX ist robust, dass wird auf den ersten Blick deutlich und spätestens beim Hochheben deutlich. Glaubt man den Angaben des Herstellers, bringt der TTX stolze 14,5 Kg auf die Waage. Zum Transportieren sind seitlich an allen Rändern der Unterseite Einbuchtungen eingelassen, die einem beim Greifen besseren Halt bieten. Ebenfalls auf der Rückseite angebracht sind die Anschlussmöglichkeiten. Grundsätzlich ist ein Stecker-Buchse für ein Strom-Kaltgerätekabel und den Chinch-Stecker vorhanden. Beim Numark TTX AT steht zusätzlich ein digitaler S/P-DIF Ausgang beim Numark TTX USB anstelle dessen eine USB 1.1-Schnittstelle zur Verfügung. Daneben befindet sich ein kleiner Umschalter um zwischen Phone- und Line-Ausgabe zu switchen. Ist der TTX angeschlossen wird das Ganze noch durch eine blaue LED an der Unterseite beleuchtet. Was will man mehr?

numark-ttx-dj-test AnApropos Anmachen, hierzu dient ein in blauem Licht eingerahmter kleiner Knopf an der Oberseite. Direkt daneben befindet sich der Tonarm. Er bietet die üblichen Einstellungsmöglichkeiten, die Tonarme in dieser Plattenspieler-Preisklasse mit sich bringen. Von der Konkurrenz abgrenzen tut sich der TTX allerdings durch die Tatsache, dass zwei verschiedene, ein gerader und ein gebogener, Tonarm im Lieferumfang inbegriffen ist. Welchen man benutzt ist vermutlich größtenteils Geschmackssache, könnte mir aber auch denken, dass es je nach Einsatzgebiet Argumente für die gerade oder ungerade Bauform gibt (Ungerade, gebogene Bauform vielleicht besser justierbar?). Um das Thema Ausstattung abzuschließen, sei noch ein verbesserungswürdiger Punkt erwähnt: Die Schutzhaube / Abdeckung. Diese fehlt aus welchen Gründen auch immer beim TTX völlig, ist aber seit ein paar Monaten zusätzlich nachbestellbar. Warum sie nicht im Lieferumfang enthalten ist, weiß wohl nur Herr Numark selbst.

 

Numark TTX Test-Fazit:

 

numark-ttx-dj-test GanzMan hat sicher schon bemerkt, der Numark TTX hat es mir angetan – er ist mein momentaner Favorit in Sachen Turntables. Der einzige Punkt der Meiner Meinung nach noch für den Technics 1210er spricht, ist seine Langlebigkeit. Kaputte Technics Plattenspieler soll es zwar auch geben, doch grundsätzlich ist dieser Plattenspieler für seine Langlebigkeit und Robustheit bekannt. Eine Eigenschaft die der Numark TTX erst noch unter Beweis stellen muss. Davon abgesehen ist der TTX im Gegensatz zum MK2 bis oben mit Technik vollgestopft und wahrscheinlich auch dementsprechend anfälliger. Der Ehrlichkeit halber muss ich gestehen, der erste TTX den ich bekam, hatte einen Defekt. Mitten beim Auflegen wechselte in unregelmäßigen Abständen die Laufrichtung, ohne dass ich den entsprechenden Button gedrückt hatte. Nach etwas Ärger mit dem Verkäufer meldete ich mich direkt bei Numark und hatte einen Tag später einen nagelneues Gerät. Den „Glauben“ an den TTX habe ich deshalb jedenfalls nicht verloren – bei dem ersten Gerät scheint es sich einfach wirklich um ein „Montagsgerät“ gehandelt zu haben; kommt wohl bei allen technisches Produkten mal vor.

 

Mittlerweile läuft der TTX seit knapp zwei Jahren wie geschmiert und hatte bis dato keinen noch so kleinen Defekt. Was sein Äußeres angeht bin ich immer noch begeistert – das Teil sieht einfach aus wie ein Raumschiff: abgerundete Ecken, blaue LEDs, silber-graue Farbgebungen ;-) . Genug der Schwärmerei , meine Wertung: 9/10 Punkte.

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